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Gerhard Dietz Bürgerhaushalt 2002

Rheinstetten auf dem Weg
zur Bürgerkommune

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Auftraktveranstaltung

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Haushalt der Stadt Rheinstetten hat ein Volumen von 40 Millionen Euro. Dies ist viel Geld. Es sollte sinnvoll ausgegeben aber auch sinnvoll eingenommen wer-den. Was hat bürgerschaftliches Engagement, die lokale Agenda 21, Gender-Main-streaming und der Bürgerhaushalt miteinander zu tun? Auf den ersten Blick sicher nichts. Ich bin der Meinung, dass dies auf den zweiten Blick erkennbar werden kann. Bund, Länder und Kommunen sind in einem Maße “verschuldet“, dass es einem bange werden kann. Wie steht es z. B. mit der Nachhaltigkeit der Finanzen? (Bereich LA 21) Ist das Geld geschlechterbezogen “gerecht“ verwandt bzw. erhoben worden? (Gender-Main-streaming) Das internationale Jahr der freiwilligen Arbeit 2001 hat welche Spuren hinterlassen? (BE). Fragen, auf die wir Antworten suchen!
Aus unserer Sicht gibt es in Rheinstetten eine Menge an bürgerschaftlichem Engagement und ehrenamtlicher Tätigkeit. Hier gilt es nun aber auch weitere Be-reiche aufzugreifen und zu fördern, schließlich ist die “Stadt Rheinstetten“ eine Gemeinschaftsinitiative, ein Gemeinwesen für die Bürgerinnen und Bürger und ei-ne Kommune, die von den Leistungen ihrer Bürgerinnen und Bürgern “abhängt”. Demokratie lebt generell vom Mitmachen. So sinnvoll die repräsentative Demo-kratie auch ist, unser Gemeinwesen kann nur funktionieren, wenn die Politik es versteht die Menschen ehrlich zu beteiligen. Es ist daher auch sinnvoll gewesen, dass wir seit meinem Amtsantritt im März 2000 Mitglied im Netzwerk “Kommunen der Zukunft” sind. Das Netzwerk “Kommunen der Zukunft” wird von der Bertels-mann- Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung und der Kommunalen Gemeinschafts-stelle für Verwaltungsvereinfachung zusammen mit fast 100 Städten, Kreisen und Gemeinden aller Grössenklassen aus nahezu allen Bundesländern getragen. Im Netzwerk arbeiten wir federführend am Projekt Bürgerhaushalt. Ziel ist es hierbei eine Bürgerbeteiligung zur Haushalts- und Finanzplanung (Konsultation) vor Be-schlussfassung durch den Gemeinderat durchzuführen.
In Baden-Württemberg war unsere Stadt mit über 20 000 Einwohnern die erste, die einen Bürgerhaushalt vorgelegt hat. Für den Haushalt 2002 haben wir einen Konsultationsprozess vorgesehen, der darüber hinaus eine Verknüpfung von Bürger-haushalt, LA 21, BE und Gender-Mainstreaming versucht. Es wird interessant sein zu sehen, ob es uns gelingt. Dies ist umso spannender, als wir die erste Kommune in Deutschland sind, die diesen Schritt gehen will. Unser Projekt findet auch aus diesen Gründen weiterhin bundesweites Interesse. Die damit verbundenen Chancen sollten wir gemeinsam nutzen. Ich lade Sie schon heute recht herzlich dazu ein.

Unterstützen Sie uns – Ihre Mitarbeit, Ihr Sachverstand, Ihr Lösungsvorschlag, Ihre Anregungen aber auch Ihre Kritik sind gefragt. Ich bedanke mich bereits heute für Ihr Engagement.

Gerhard Dietz
Bürgermeister