Mit Vier-Stufen-Plan zu mehr Grün in Rheinstetten
Radweg vom Rhein zum Epplesee und Renaturierungen
(krk). Die Stadt Rheinstetten hat ihr Grünprojekt nicht abgeschrieben, auch wenn sie dafür vom Land in zwei Anläufen nicht den erhofften Zuschlag für eine „kleine Gartenschau“ bekommen hat: „Wir haben uns gefragt, wie wir mit der Absage umgehen und uns für einen Vier-Stufen-Plan entschieden“, erklärte Oberbürgermeister Sebastian Schrempp. Stück für Stück werden die Vorschläge im Ausschuss oder Gemeinderat vorgelegt.
Erste Stufe sei ein durchgängiger Radweg vom Rhein zum Epplesee. „Wir haben Glück gehabt, dass an der B 36 die Ampelanlagen erneuert werden mussten, sonst wären wir wohl nicht so schnell zu Querungshilfen gekommen“. Eine weitere Aufgabe ist die Durchgängigkeit des Radweges entlang der Umgehungsstraße. Beseitigt werden soll die Unterbrechung zwischen Sonnen- und Rheinaustraße. Für die weitere Radwegführung am Ortseingang Neuburgweier sind die Pläne fertig, mit ihnen werde sich der Ausschuss für Umwelt und Technik am 21. September befassen. Werden die erforderlichen Gelder im kommenden Haushalt bewilligt, könnte die Umsetzung schon ab Frühjahr 2011 beginnen.
Die zweite Stufe könnte dann die Renaturierung von Dorfbach und altem Federbach vom neuen Feuerwehrhaus bis hin zur Gemarkungsgrenze nach Karlsruhe sein. In diesem Zusammenhang soll dann auch die Situation am alten Dorfplatz neu geordnet werden. Da es dort zwei Einläufe in den Dorfbach gibt, soll ein parallel verlaufender Weg wegfallen und statt dessen ein Schilfgürtel entstehen. Der Ersatzweg würde dann am Dorfplatz entlang geführt. Abgeklärt werden soll noch, so Schrempp, ob die Renaturierung als Ausgleich für eventuell kommende wasserrechtliche Eingriffe angerechnet werden kann. Das Renaturierungsprojekt werde wohl aus finanziellen Gründen in drei Bauabschnitten umgesetzt, so der OB.
Die dritte Stufe sei dann die Rheinuferpromenade, die im Zusammenhang mit dem geplanten Polder stehe. „Das Rheinufer muss gestaltet werden, da ist auch das Land in der Pflicht“, sagt Schrempp. Der Polderraum selbst soll so naturbelassen wie möglich, aber auch erlebbar sein. Keinesfalls soll die Erschließung durch Neuburgweier zum Parkplatz am See erfolgen, sondern vom Parkplatz am Rheinufer her. Vorrangiges Ziel sei jetzt, so Schrempp, „eine vertragliche Festlegung der Ausgleichsmaßnahmen mit dem Land zu erreichen, egal wann der Polderbau los geht“. Parallel werden noch Gespräche mit Au am Rhein über einen Geländetausch, geführt, etwa im Zuge einer Flurbereinigung.
Noch „Zukunftsmusik“ ist laut Schrempp die vierte Stufe – der Epplesee: „Uns schwebt eine Überplanung des Geländes unter Berücksichtigung des Rohstoffabbaus vor, mit dem Ziel, dort sanften Tourismus zu etablieren“. Der OB könne sich dabei durchaus einen privaten Betreiber vorstellen. „Andere Beispiele zeigen, dass solche Angebote am Wasser gut angenommen werden“, sagt Schrempp. Die Stadt Rheinstetten hätte davon einen finanziellen Vorteil und eine (Aufsichts-)Sorge weniger. (m.f.G.d.BNN) |