Turmfalkennest im Bauhof Mörsch; Projektverantwortliche: Herr Eisenbarth, Herr Reuter

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Der Stadtbetrieb hat einen Vogel - Rheinstetten hilft dem Turmfalken - Vogel des Jahres 2007
Die Turmfalken haben sich mit ihrer Vorliebe für hochgelegene Brutplätze ihren deutschen Namen praktisch selbst gegeben. In Städten nisten sie gerne an Kirchtürmen, Masten und anderen hohen Gebäuden mit einer zugänglichen Öffnung oder Nische, die Platz zum Brüten bietet. Häufig nutzen Turmfalken auch alte Krähen- oder Elsternnester an Waldrändern, in Feldgehölzen oder auf einzeln stehenden Bäumen. Obwohl sie somit recht flexibel sind, haben sie dennoch zunehmend Probleme geeignete Brutplätze zu finden, viele moderne Fassaden sind einfach zu glatt. Die Stadt Rheinstetten will hier nicht untätig zusehen und hat hier seit Jahren etliche Nistkästen installiert, die in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund betreut werden. Einer der beliebtesten Kästen befindet sich am Betriebsgebäude des Stadtbetriebs in der Rheinaustraße in Mörsch. Dort haben wir 2007 anlässlich der Kür des Turmfalken zum Vogel des Jahres erstmals eine Kamera installiert, damit alle Naturliebhaber das Familienleben dieser interessanten Vögel rund um die Uhr live erleben können. Die hohen Zugriffszahlen im Internet haben gezeigt, dass dafür großes Interesse vorhanden ist. Zur Verbesserung der Beobachtungsmöglichkeiten haben wir jetzt noch eine zweite Kamera im hinteren Teil des Kastens eingebaut.
Turmfalken sind bereits nach einem Jahr geschlechtsreif. Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr besetzen sie das Brutrevier, das häufig auch als Winterrevier gedient hat. Ein Elternpaar bleibt zumeist ein Leben lang zusammen. Wenn als Brutplatz nicht ein vorhandenes Nest genutzt wird, begnügt sich der Turmfalke mit einer kleinen Mulde, aus der die Eier nicht wegrollen können. Das Weibchen legt zwischen Anfang April und Mitte Mai vier bis sechs Eier und brütet 29 Tage lang. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie gut vier Wochen lang gefüttert. Nach Verlassen des Nestes werden sie noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach suchen sie sich ein eigenes Revier.
Der Turmfalke erreicht als kleiner Verwandter des Wanderfalken eine Länge von maximal 35 Zentimetern und eine Spannweite von etwa 75 Zentimetern. Charakteristisch ist sein Rüttelflug, weswegen er im Volksmund auch gerne „Rüttelfalke“ genannt wird. Dabei steht er in der Luft und schlägt seine Flügel schnell und ruckartig auf und ab. Diese Technik benutzt er um aus einer Höhe von 10 bis 20 Metern Mäuse zu jagen. In mäusearmen Zeiten erbeuten Turmfalken auch einmal kleinere Vögel. Darüber hinaus stehen Eidechsen und Insekten, vor allem Käfer und Heuschrecken und gelegentlich Regenwürmer auf der Speisekarte.
Dank der Biotopvernetzungsmaßnahmen bietet die Rheinstettener Landschaft noch ein reiches Nahrungsangebot. Zusammen mit unserer Wohnungsbauhilfe ist deshalb sichergestellt, dass wir die Turmfalken auch künftig regelmäßig auf der Jagd beobachten können. Insgesamt konnten in den städtischen Nistkästen im Jahr 2008 sieben Brutpaare mit 32 Jungvögeln registriert werden. Zusammen mit den in natürlichen Nestern brütenden Falken ergibt sich für Rheinstetten damit ein beachtlicher Gesamtbestand von im Schnitt 10 bis 15 Paaren.Haben Sie noch Fragen oder Anregungen?
Stadt Rheinstetten, Umweltschutzkoordination,
Martin Reuter,
Tel.: 07242/9514-150, Email: martin.reuter@rheinstetten.de
Stadt Rheinstetten, Stadtbetrieb Abteilung Landschaftspflege, Stefan Eisenbarth,
Tel.: 07242/9514-661, Email: stefan.eisenbarth@rheinstetten.de